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Wirtschafts-Boom in der Albertstadt

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Womit Alexander Zill Millionen macht, das sagt er gern in einem simplen Satz. „Wir kippen Rohstoffe zusammen“, sagt er. Klar, das allein wäre viel zu einfach. Trotzdem liebt er den Satz. Und fügt gleich noch hinzu, dass es dann doch um weitaus mehr geht. Er ist Geschäftsführer von Novatic. Das Unternehmen produziert Lacke, Farben und Beschichtungslösungen und verkauft diese in die ganze Welt. 46 Millionen Euro Jahresumsatz werden durch den Verkauf von über 15 Tonnen Ware erwirtschaftet. Über 240 Mitarbeiter sind an den vier Standorten beschäftigt. Neben Halle an der Saale, Moskau und Indien produziert und forscht Novatic vor allem in Dresden.

Im Industriepark Nord ist das Familienunternehmen seit 1991 ansässig. Stetig haben die Zills den Standort erweitert und ausgebaut. Erst im vergangenen Jahr ist eine neue Halle fertig geworden. Knapp fünf Millionen Euro wurden investiert. Nun stehen der Firma 1 200 Palettenstellplätze in Hochregalen zur Verfügung. Alle drei bis vier Wochen wechselt die Belegung.

Es ist nicht die einzige Investition, die derzeit das Gebiet zwischen Königsbrücker Straße, Hermann-Mende-Straße sowie dem Militärhistorischen Museum verändert. Neben Novatic haben sich hier über 170 Unternehmen und Gewerbetreibende angesiedelt. 2 500 Menschen sind dort beschäftigt. Schon vor fünf Jahren haben die Firmen 2,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt generiert. Heute dürfte die Zahl höher sein. Aktuelle Daten dazu liegen derzeit jedoch nicht öffentlich vor. Im Gebiet Nord entsteht die neueste Generation der Autositze sowie Kolbenringe für Lkw, die weltweit eingebaut werden. Verschiedene Softwarefirmen haben sich angesiedelt und Platz für Jungunternehmer geschaffen. Hier werden Sensoren für Rückfahrsysteme entwickelt und Fahrradteile aus Carbon gefertigt. Auch ein Teddydoktor hat hier seinen Sitz.

Für die Wirtschaftsförderer der Stadt ist das 90 Hektar große Areal ein Musterbeispiel für eine gute Investition. Die haben die Ansiedelung mit zwölf Millionen Euro unterstützt. Dafür wurden die Grundstücke Ende der 1990er-Jahre erschlossen. Daraufhin haben sich mehr und mehr Firmen hier angesiedelt. Ansässige Unternehmen erweiterten sich. Heute gibt es kaum noch Möglichkeiten, um weitere Gewerbetreibende anzusiedeln, sagt Jens Krüger aus dem Amt für Wirtschaftsförderung. Wer groß anbauen will, dem bleibt nur der Wegzug in ein anderes Gewerbegebiet mit größeren Freiflächen. Noch allerdings finden die Firmen Möglichkeiten. Derzeit lässt die Handwerkskammer ihren neuen Bildungscampus wachsen. 30 Millionen Euro kostet der Neubau mitten im Gewerbegebiet Nord.

Besucher auf dem Campus werden über das größte von einem Einzelkünstler geschaffene Wandbild in Dresden staunen. Jens Krüger verschweigt nicht, dass es immer wieder Probleme mit Schmierereien gibt. Weil besonders eine Wand immer wieder hässlich übermalt wurde, hat die Stadt zusammen mit sieben Firmen einen Künstler engagiert. Christian Gersdorf hat ein 150 Meter langes Wandbild an der Ecke Hermann-Mende-Straße/Am Kohlenplatz geschaffen. 450 Quadratmeter misst die nun gestaltete Fläche. Ein Hingucker für das ganze Gebiet, findet Jens Krüger.

Genauso bunt wie das Wandbild ist der Blick auf die Farbtöne, mit denen bei Novatic Lacke und Farben gemischt werden. Die Kunden können individuelle Mengen und Arten bestellen. Das Unternehmen nutzt 1 500 verschiedene Rohstoffe für die Produktion.

Im eigenen Labor entwickeln Wissenschaftler immer neue Lacke und Lösungen, die sich den ganz unterschiedlichen Bedingungen weltweit anpassen können. „Wir simulieren den Einsatz im Meerwasser oder bei tropischem Klima“, sagt Alexander Zill. 15 Prozent der Dresdner Mitarbeiter sind in den Laboren tätig. Was sie schaffen, ist nicht nur in Dresden zu sehen. Das Unternehmen exportiert in 53 Länder. Die Exportrate von 57 Prozent steigt stetig.

Von Novatic stammt der letzte Anstrich am Blauen Wunder. An den Betontürmen für Windräder kommen die Produkte zum Einsatz. Genau wie an Zügen, zum Beispiel denen, die bei der Fußball-WM in Russland die Fans zu den Stadien bringen.

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von factum
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